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Auf den Tisch, statt in die Tonne

(Kommentare: 2)

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Lebensmittelabfälle verursachen jährlich Kosten in Höhe von 2,6 Billionen Dollar – das sind immerhin etwa 4 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Forschungsinstitutes für biologischen Landbau (FIBL).

 

In diesen Kosten sind nicht nur die direkt entstehenden Kosten von 1 Billion Dollar berücksichtigt, die durch produzierte, aber nicht verzehrte Lebensmittel entstehen, sondern es werden auch die sozialen und die Umweltkosten, die sogenannten indirekten Kosten aufgezeigt. Mit den Umweltkosten sind der Wasserverbrauch oder entstehende Treibhausgasemissionen gemeint, die mit gut 700 Milliarden Dollar zu Buche schlagen. Und auch die sozialen Kosten, wie Gesundheitskosten werden auf 900 Milliarden Dollar geschätzt.

 

Nicht nur die hohen Aufwendungen, sondern auch der Gedanke der Nachhaltigkeit und Verantwortung lässt deshalb viele Menschen aktiv werden. Mehrere Initiativen in Deutschland sammeln und verarbeiten zu viel produzierte oder unverkäufliche Ware. Dabei werden sie auch von Unternehmen unterstützt. Lebensmittelmärkte geben beispielsweise noch gute, aber durch das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) nicht mehr verkäufliche Lebensmittel an soziale Einrichtungen wie Tafeln oder foodsharing ab. Dort werden sie an Bedürftige zu minimalen Preisen weiter gegeben. Andere wie die Initiatoren von Bio-Affe oder CulinARymiSfiTS sind direkt mit Bauern im Gespräch und verarbeiten überzähliges oder unverkäufliches Obst und Gemüse zu Marmeladen, Suppe und Pesto in kleinen Auflagen, die dann beispielsweise als „Schräge Schätze“ in den Hofläden verkauft werden.  Es lässt sich an vielen Stellen also vieles tun, doch letztlich gilt: der beste Abfall bleibt der, der gar nicht erst entsteht.

 

Hier eine kleine Auswahl an Initiativen und Netzwerke, die Infos zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung geben oder sich für die Weiterverwendung von Lebensmitteln einsetzen:

 

Foodsharing                CulinARyMisfiTS                 Bio-Affe

Zu gut für die Tonne               essens-wert                  Tafeln              Mundraub

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Kommentar von Maria |

"Der beste Abfall bleibt der, der gar nicht erst entsteht." Wir freuen uns über die wachsende Aufmerksamkeit für das Thema. Eine kritische Frage sei an dieser Stelle einmal erlaubt: Führt das Einspeisen von Abfällen in den Konsumkreislauf dazu, dass Unternehmen ihre Überproduktion als positives Marketing-Tool nutzen können, statt die Abfallproduktion zu reduzieren?

Kommentar von Catharina |

Das ist natürlich ein wichtiger Einwand. Auf die Reihenfolge kommt es an!
An erster Stelle sollten ernsthafte Konzepte zur Verminderung und Vermeidung von Überproduktion stehen und dann sollten innovativen Lösungen der Weiterverarbeitung von nicht nutzbarer Produktionen umgesetzt werden.