Was ist die Summe aus 7 und 9?

Wo sehen Sie im Wesentlichen die Unterschiede zwischen biologisch und konventionell erzeugten Lebensmitteln?

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Ein ganz wesentlicher Aspekt klingt bereits in der Frage an: Die Erzeugung. Geht es bei der Erzeugung um Erhalt oder um Ausbeutung der vorhanden Ressourcen? Denn ein ganz wichtiger Unterschied zum konventionellen Bereich ist der Leitgedanke des ökologischen Landbaus: Der Anbau und die Viehhaltung folgen dem Prinzip eines weitgehend in sich geschlossenen Betriebsorganismus, denn jegliche Art der Landnutzung ist ein Eingriff in das ökologische Gleichgewicht. Die negativen Folgen müssen also möglichst gering gehalten werden. D.h. konkret, dass bspw. nur so viel Tiere gehalten werden dürfen, wie auch Futter auf der eigenen Fläche für sie angebaut werden kann. Dazu gehört außerdem, dass die Vielfalt angebauter Kulturen und Arten erhalten werden, um die Stabilität des Ökosystems zu erhalten.

 

Der europäische Biostandard, festgeschrieben in der EU-Ökoverordnung, verpflichtet, dass Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau nicht gentechnisch verändert sein dürfen und ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt werden. Somit ist die Belastung der Produkte, bspw. durch Pestizide deutlich geringer als im konventionellen Bereich und damit auch deutlich geringer für den menschlichen Organismus.

Bei der Frage der Tierhaltung orientiert sich die Nutztierhaltung am Tierwohl. Die Tiere haben mehr Platz und Auslauf ins Freie, Kühe dürfen aus die Weide. Bei Legehennen sind im ökologischen Landbau z.B. weitaus weniger Legehennen pro Quadratmeter erlaubt (6 Legehennen), als im konventionellen Bereich (12 Legehennen). Schnäbel dürfen bei Bio-Hennen im Gegensatz zur konventionellen Aufzucht nicht gestutzt werden. Bei ökologisch gehaltenen Tieren ist der Einsatz von Antibiotika zur Vorbeugung von Krankheiten verboten. Sollte dennoch der Einsatz notwendig werden, so muss deutlich mehr Wartezeit gegenüber dem konventionellen Bereich bis zum Verkauf des Fleisches vergehen.

 

Die Vorteile, des Öko-Landbau zeichnen sich auch im Hinblick auf den Klimawandel und die Reaktion darauf aus. Denn Prävention von CO2-Austoß ist im nachhaltigen Ansatz der Öko-Bauern ein zentrales Element. Sie verzichten auf mineralische Stickstoffdünger, die in ihrer Herstellung große Mengen fossiler Energie brauchen. Stattdessen wird durch den Anbau von Leguminosen, sowohl Stickstoff aus der Luft im Boden angereichert, als auch die Bodenfruchtbarkeit gefördert. Durch Humusaufbau kann überdies CO2 langfristig im Boden gebunden werden. Ein gesundes Ökosystem Boden bedeutet überdies weniger Erosion und einen effektiveren Wasserspeicher. Da wie eingangs bereits genannt die Tierhaltung im Öko-Landbau direkt an die landwirtschaftliche Nutzfläche gebunden ist, werden durch einen geringeren Tierbestand eine Überdüngung der Böden verhindert und zugleich weniger Treibhausgase verursacht.

 

Die Vorteile der Erzeugung von ökologischen Produkten und Lebensmitteln sind also vielfältig und komplex: sowohl für den Erhalt des Bodens, die Tiere als auch unseren menschlichen Organismus.

 

Weitere Infos und interessante Praxisbeispiele werden übrigens auch in der Verlagsbeilage, dem FreitagExtra dargestellt.

 

Vielen Dank für Ihre Anfrage Gudrun U.

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