Was ist die Summe aus 9 und 7?

Wer hat sich "Bio" eigentlich ausgedacht?

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Um die Frage zufriedenstellend beantworten zu können, sollte man zwei Begriffe trennen: Zum einen den gesetzlich geschützten Begriff Bio oder Öko, der sein Symbol im EU-Biosiegel hat – einem Blatt aus Sternen auf grünem Hintergrund. Das andere ist der freiere Begriff Bio an sich. Alternativentwürfe zu einer auf produktiver und ökonomischer Effizienz beruhenden Land- und Lebensmittelwirtschaft hat es nämlich bereits vor beinahe hundert Jahren gegeben.


Diese Bürgerbewegungen haben den gesetzlichen Mindeststandard Bio, der in Deutschland das erste Mal 2001 eingeführt und 2010 vom europäischen Biosiegel abgelöst wurde, vorbereitet. Auch die stetig steigende Nachfrage der Verbraucherinnen und Verbraucher hat diesen Fortschritt möglich gemacht. Der europäische Biostandard, dessen Regeln in der EU-Ökoverordnung gefasst sind, verpflichtet, dass Produkte aus ökologisch kontrolliertem Anbau stammen müssen, nicht gentechnisch verändert sein dürfen und ohne Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln hergestellt werden. Die Haltung von Nutztieren orientiert sich am Tierwohl und versucht die Behandlung mit Antibiotika und Wachstumshormonen zu vermeiden.


Die Vorbereiter dieser Mindeststandards sind Verbände wie demeter und Bioland, deren Mitglieder sich noch zu weiteren Auflagen verpflichten. Hierbei verschreibt sich der demeter e.V., der seine Ursprünge im Jahr 1924 hat, der sogenannten biologisch-dynamischen Methode, die in ihren Grundlagen von dem Anthroposophen Rudolf Steiner entwickelt wurde. Auch die Geschichte des Bioland e.V. reicht bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts zurück. Der stark naturwissenschaftlich geprägte Ansatz der biologisch-organischen Landwirtschaft nahm ab 1951 Fahrt auf. 1971 wurde der Verein „bio gemüse e.V.“ gegründet, Vorgängerverband von Bioland.

 

Danke lieber Martin H. für Deine Frage und hier noch ein ...

... Tipp: „Die Müsli-Macher. Erfolgsgeschichten des Biomarktes und seiner Pioniere“ von Helma Heldberg.
In einem Mosaik aus Interviews, Zeitzeugenberichten und Fundstücken zeichnet die Autorin die Entwicklungsgeschichte der Biobewegung hin zu einer ernst zu nehmenden Marktalternative. Dabei helfen kurze Resümees auch politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Hintergründe und Veränderungen nachzuvollziehen.

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