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Was ist besser? Bio-Eier aus Bodenhaltung oder Eier aus Freilandhaltung ohne Bio?

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Für die Betrachtung der Frage möchten wir auf zwei Dimensionen näher eingehen, die wir hier beispielhaft herausnehmen: das Tierwohl und Bio. Das Tierwohl in der Nutzung von Tieren als Fleisch- oder Eierlieferant muss, und darin sind sich vermutlich die meisten Menschen grundsätzlich einig, viel stärker in den Mittelpunkt rücken. Hühnerhaltung mit ausreichend Auslauf, Platz und Gegebenheiten, die den ursprünglichen Lebensräumen der Hühner nahe kommen, ist deshalb immer zu begrüßen. Ein Umstand, der in der ökologischen Tierhaltung einen hohen Stellenwert hat, weshalb die Freilandhaltung für Bio-Hennen weit verbreitet ist.

Bio umfasst allerdings mehr als den Moment der Haltung eines Tieres und muss deshalb genauer betrachtet werden. Denn Bio steht für den nachhaltigen Kreislaufgedanken: Das Wirtschaften vom Acker über den Verkauf bis zum Acker zurück. Landwirtschaftliches Handeln ist auf die Folgen ausgerichtet, was heißt, dass nicht ein kurzfristiger Gewinn oder eine kurzfristige Besserung gesehen werden, sondern langfristige Folgen das aktuelle Tun bestimmen. Damit sollen negative Auswirkungen auf die Nutztiere, den Boden und die vor Ort arbeitende Menschen verringert werden.
 
Was heißt das konkret?
Der vorbeugenden Medikamenteneinsatz bei Tieren ist in der ökologischen Landwirtschaft ausgeschlossen. Nur bei Bestehender Notwendigkeit dürfen sie eingesetzt werden. Dabei gelten strenge Regeln, wann die Eier behandelter Tiere in die weitere Verwertung gegeben werden dürfen, damit die Medikamentenreste nicht in den menschlichen Organismus gelangen. Das Futter ist aus biologischem (!) Anbau und setzt sich idealerweise aus betriebseigenem Futter zusammen. Die tierischen Ausscheidungen werden als wertvoller Dünger genutzt, der dann wieder im Anbau von Gemüse oder Getreide eingesetzt werden kann. Darüberhinaus ist der Einsatz von Gentechnik und eine  systematische Kürzung der Schnäbel verboten. 

 

Mit dem Kauf von Eiern aus ökologischer Tierhaltung ist man also nachhaltiger, da die Tiere mehr Platz und Luft haben als in der konventionellen Landwirtschaft und da Gentechnik oder der exessive Einsatz von Medikamenten verboten sind. Es ist also wichtig sich zu informieren (auch am Verkaufsort), eigene Schwerpunkte zu setzen und aufgrund dessen dann eine individuelle Entscheidung beim Kauf der Eier zu treffen.

Vielen Dank für die Frage Thomas R.

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